Obwohl vier Jahre später, 1828, noch immer keine Genehmigung von Wien vorlag, rückte die Garde unter der Führung Hauptmann Gach zu Fronleichnam aus. Die Antwort aus Wien war prompt. Ein allgemeines Ausrückungsverbot bis 1833 wurde verhängt. Aus diesem Grund löste sich die Garde auf. So machte es zumindest den Anschein. Ein harter Kern blieb allerdings übrig, mit dem die Regierung nicht gerechnet hatte und fünf Jahre später hielt man endlich die Genehmigung zur Wiederaufstellung in Händen.

Die Freude war so groß, daß der Brauereibesitzer Wieninger dem Korps eine Fahne und der Lebzelter Franz Gstöttner eine neue große Trommel spendeten. Doch die Standhaftigkeit der Mattighofner und ihrer Garde sollte abermals auf die Probe gestellt werden. Im Markt wurde nämlich Militär einquartiert, das bis 1838 blieb. Aus diesem Grund konnte während dieser Zeit wieder nicht parodiert werden.

Dann war es aber endlich soweit! Zum Fronleichnamsfest 1838, dem Hauptfest der Garde, rückte sei in ihrer ganzen Pracht aus.


Alles schien nun unter einem guten Stern zu stehen! Doch 1840 machte der Sohn des Fahnenspenders einen Strich durch die Rechnung. Er verweigerte der Garde die Fahne und so drohte dem Korps ein fahnenloses Dasein. Innerhalb kürzester Zeit hatte man aber das Geld zusammen, und am 19. April 1841, dem Geburtstag des Kaisers, kam die bei den Ursulinen angefertigte Fahne an, wurde geweiht und kam gleich zum Einsatz. Danach folgte eine Ausrückung der nächsten.

1848 erteilte dann die Regierung in Wien die Ermächtigung, daß in allen Städten und Märkten Österreichs aus den Angehörigen des Bürgerstandes, Nationalgarden errichtet werden können. Dies nahm die Mattighofner Schützenkompanie zum Anlaß sich wieder in Nationalgarde umzubenennen. Aber schon drei Jahre später, wurde laut Regierungsdekret das Institut der Nationalgarde wieder aufgehoben und so rückte nun wieder die Mattighofner Schützenkompanie aus.

Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte des Korps war, als am 9. 5. 1865, die bereits bestehende Artillerieabteilung zwei Kanonen (Böller) bekam, die in der Gießerei in Mariazell erzeugt worden waren.

Bis zur Entstehung der nationalsozialistischen Regierung 1938 verschönerte die Schützenkompanie so manches kirchliche und weltliche Fest.

Der neuen Regierung gefiel diese Erinnerung an die Monarchie nicht und so wurde ein Auflösungsbescheid erlassen, gegen den kein Einspruch erhoben wurde.

Damit galt das Bürgerkorps Mattighofen abermals als aufgelöst. Diesmal schien es für immer. Der Krieg und die Zeiten danach machten eine Wiederaufrichtung undenkbar.

Erst 1957 gelang es dem Kaufmann Peter Prillmann gemeinsam mit Ferdinand Feichtenschlager, Hermann Plass sowie Rudolf Voggenberger sich einzukleiden und auf einem Fest des Bürgerkorps Friedburg als Bürgerkorps Mattighofen teilzunehmen. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Wiederaufstellung energisch betrieben. Ein Jahr später wurde dann die Gründungsversammlung im Gasthaus Voggenberger abgehalten. Nach diesem Tag hatte das neue Bürgerkorps 34 neue Mitglieder.

<-- Seite I Seite III -->